Wie man Lebensmittel aus dem Ausland in die Europäische Union importiert: Ein Leitfaden

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Der Import von Lebensmitteln in die Europäische Union (EU) unterliegt strengen Vorschriften, die darauf abzielen, die Lebensmittelsicherheit, den Verbraucherschutz und einen fairen Handel zu gewährleisten. Angesichts einer EU-Bevölkerung von über 440 Millionen Menschen und einem Lebensmittelmarkt mit einem jährlichen Wert von über 1 Billion Euro ist die korrekte Umsetzung entscheidend für den Erfolg. Dieser umfassende Leitfaden deckt alles ab, was Sie über den Import von Lebensmitteln aus Drittländern in die EU wissen müssen, einschließlich der aktualisierten Vorschriften für das Jahr 2025. Ganz gleich, ob Sie ein kleiner Importeur oder ein großer Großhändler sind – wir führen Sie durch die einzelnen Schritte, Anforderungen und potenziellen Herausforderungen.

Die EU-Einfuhrbestimmungen für Lebensmittel verstehen

Die EU unterhält einige der weltweit strengsten Standards für Lebensmittelimporte, die von Gremien wie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG SANTE) und den nationalen Zollbehörden der einzelnen Mitgliedstaaten überwacht werden.

Die Kernvorschriften ergeben sich aus dem allgemeinen Lebensmittelrecht der EU (Verordnung (EG) Nr. 178/2002), das die Rückverfolgbarkeit und Sicherheit entlang der gesamten Lieferkette betont. Bei Importen liegt der Schwerpunkt auf Produkten aus „Drittländern“, wobei spezifische Regeln für Lebensmittel tierischen Ursprungs (wie Fleisch, Milchprodukte und Fisch) im Gegensatz zu pflanzlichen Erzeugnissen gelten.

Seit 2025 hat die EU die Kontrollen für Lebensmittel, tierische und pflanzliche Produkte, die in die Union gelangen, verschärft. Dies umfasst strengere Prüfungen, um neu auftretende Risiken wie Kontamination oder Betrug zu bekämpfen. Dies folgt auf Ankündigungen der Europäischen Kommission, die Grenzkontrollen angesichts globaler Lieferkettenunterbrechungen zu verstärken.

Importe müssen der Verordnung über amtliche Kontrollen (EU) 2017/625 entsprechen, die risikobasierte Kontrollen an Grenzkontrollstellen (BCPs) vorschreibt. Das TRACES NT-System (Trade Control and Expert System) wird zur Verfolgung von Sendungen verwendet, insbesondere für Veterinär- und Pflanzengesundheitszeugnisse.

Darüber hinaus führt die Lebensmittelreform von 2025 Bestimmungen für „konforme Importeure“ ein, die die europäische Route nutzen. Diese werden von bestimmten Kennzeichnungsvorschriften befreit, müssen aber die Sicherheitsstandards in vollem Umfang einhalten. Neuartige Lebensmittel (definiert als solche, die vor 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang verzehrt wurden) erfordern eine Genehmigung der EFSA gemäß der Verordnung (EU) 2015/2283, wobei aktualisierte Leitlinien detaillierte Dossiers zu Sicherheit und Zusammensetzung fordern.

Kurzer Tipp:

Es ist die Aufgabe des Verkäufers, sich um den Großteil des Papierkrams zu kümmern, bevor das Produkt das Ursprungsland verlässt. Es liegt jedoch in der Verantwortung des Käufers sicherzustellen, dass er über die richtigen Genehmigungen für den Import der Produkte verfügt. Für kleine Importe (bis zu 1.000 kg, darüber hinaus sollten Sie auf Seefracht umsteigen) empfiehlt sich die Nutzung eines Kurierdienstes wie DHL oder UPS. Diese sind extrem schnell bei der Zollabwicklung, da sie das Produkt vom Gelände des Lieferanten bis zu Ihrer Adresse kontrollieren. Für größere Sendungen (ab 1.000 kg) sollten Sie nicht zögern, einen Spediteur zu beauftragen, der eine zügige Ankunft Ihrer Waren garantiert.

Vorbereitung auf den Import: Wichtige Schritte

Schritt 1: Klassifizieren Sie Ihr Produkt

Jedes Lebensmittel muss unter einem Code des Harmonisierten Systems (HS) eingestuft werden, der Teil der Kombinierten Nomenklatur (KN) der EU ist. Dieser 8- bis 10-stellige Code bestimmt die geltenden Zölle, Beschränkungen und Kontrollen. Zum Beispiel fällt frisches Obst unter Kapitel 08, während verarbeitetes Fleisch in Kapitel 02 zu finden ist.

Nutzen Sie das „Access2Markets“-Portal der Europäischen Kommission, um nach Produktnamen oder HS-Codes zu suchen. Geben Sie das Ursprungsland und das EU-Bestimmungsland ein, um Zölle, Ursprungsregeln und Anforderungen einzusehen. Eine falsche Klassifizierung ist ein häufiger Fehler, der zu Verzögerungen oder Bußgeldern führt.

Schritt 2: Prüfen Sie die Zulassungsfähigkeit von Land und Produkt

Nicht alle Länder dürfen alle Arten von Lebensmitteln in die EU exportieren. Produkte tierischen Ursprungs müssen aus von der EU zugelassenen Betrieben in zugelassenen Drittländern stammen. Prüfen Sie die Listen auf der Website der EU zur Lebensmittelsicherheit. Pflanzliche Produkte benötigen Pflanzengesundheitszeugnisse, um die Einschleppung von Schädlingen zu verhindern.

Für genetisch veränderte Organismen (GVO) ist eine strikte Genehmigung gemäß Verordnung (EG) Nr. 1829/2003 erforderlich, einschließlich Kennzeichnungsschwellenwerten. Bio-Importe müssen den EU-Öko-Standards entsprechen (Verordnung (EU) 2018/848) und aus anerkannten gleichwertigen Systemen stammen.

Es ist wichtig, vorab zu prüfen, ob die Produkte, die Sie importieren möchten, eine Verfolgung innerhalb von TRACES erfordern. Falls ja, können Sie sich dort registrieren, wobei die endgültige Genehmigung Ihrer Registrierung durch Ihre lokale (nationale) Behörde für Lebensmittelsicherheit erfolgt.

Schritt 3: Erforderliche Dokumente zusammenstellen (Dies ist hauptsächlich für den Verkäufer relevant, aber dennoch wichtig zu wissen)

Obligatorische Dokumente:

  • Handelsrechnung: Einzelheiten zur Transaktion, einschließlich Wert, HS-Code und Ursprung.
  • Konnossement (Bill of Lading) oder Luftfrachtbrief: Nachweis über den Transport.
  • Einheitspapier (SAD): Das Zollanmeldeformular der EU, das elektronisch über nationale Zollsysteme eingereicht wird.

Zusätzliche Dokumente (je nach Fall):

  • Gesundheitszeugnisse: Von den Behörden des Exportlandes ausgestellt, um die Sicherheit zu bescheinigen (z. B. veterinärrechtlich für tierische Produkte).
  • Pflanzengesundheitszeugnis: Für Pflanzen und pflanzliche Produkte.
  • Ursprungszeugnis: Bei Inanspruchnahme von Präferenzzöllen im Rahmen von Handelsabkommen.
  • Kontrollbescheinigung: Beim Import von Bio-Waren.
  • Vorabanmeldung: Über TRACES, mindestens 24 Stunden vor der Ankunft bei risikoreichen Waren.

Schritt 4: Zollverfahren und Anmeldungen (Stellen Sie sicher, dass Sie mit einem Kurier wie DHL oder UPS importieren oder einen spezialisierten Lebensmittelspediteur nutzen)

Nach der Ankunft gelangen die Waren über eine Grenzkontrollstelle (BCP) oder eine ausgewiesene Zollstelle in die EU. Geben Sie vor der Ankunft eine summarische Eingangsanmeldung (ENS) aus Sicherheitsgründen ab. Reichen Sie anschließend die Einfuhranmeldung ein.

Die Zollabfertigung umfasst:

  1. Dokumentenprüfungen (100 % bei risikoreichen Lebensmitteln).
  2. Identitätsprüfungen (Abgleich der Dokumente mit der Ware).
  3. Physische Kontrollen (Stichproben auf Kontaminanten).

Nutzen Sie das Import Control System 2 (ICS2) der EU für elektronische Einreichungen. Bestellen Sie einen in der EU ansässigen Zollvertreter, falls Sie Ihren Sitz außerhalb der EU haben.

Schritt 5: Zölle und Steuern zahlen

Die Zölle werden anhand des Gemeinsamen Zolltarifs (GZT) berechnet, basierend auf dem Zollwert der Waren (in der Regel CIF: Kosten, Versicherung, Fracht). Die Sätze variieren: z. B. 0–20 % für Obst/Gemüse, höher für verarbeitete Lebensmittel. Nutzen Sie Access2Markets oder die TARIC-Datenbank für genaue Sätze.

Es fällt die Mehrwertsteuer (MwSt.) des importierenden Mitgliedstaats an (z. B. 19 % oder 7 % in Deutschland), plus etwaige Verbrauchssteuern. Präferenzzölle im Rahmen von Abkommen wie dem EU-UK-Handelsabkommen können die Zölle senken, wenn die Ursprungsregeln erfüllt sind.

Kennzeichnungs- und Verpackungsanforderungen

Alle importierten Lebensmittel müssen der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 entsprechen. Die obligatorische Kennzeichnung umfasst:

  • Bezeichnung des Lebensmittels.
  • Zutatenliste (mit hervorgehobenen Allergenen).
  • Nettofüllmenge.
  • Lagerbedingungen.
  • Ursprungsland (obligatorisch für bestimmte Fleischsorten, Obst etc.).
  • Nährwertdeklaration (Energie, Fette etc.).
  • Name und Anschrift des Importeurs in der EU.

Die Etiketten müssen in einer Sprache verfasst sein, die von den Verbrauchern im Zielmarkt verstanden wird, was oft mehrsprachige Versionen erfordert. Die Verpackung muss sicher sein und darf den Verbraucher nicht irreführen.

Lebensmittelsicherheits- und Hygienestandards

Die EU-Hygieneregeln (Verordnung (EG) Nr. 852/2004) erfordern HACCP-Systeme (Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte). Importe müssen frei von Schadstoffen wie Pestiziden, Mykotoxinen oder Krankheitserregern sein. Die Rückstandshöchstmengen (MRLs) für Pestizide sind streng.

Grenzrückweisungen im Jahr 2024 verdeutlichten Probleme wie Aflatoxine in Nüssen und nicht deklarierte Allergene. Stellen Sie sicher, dass Ihre Lieferanten die Gute Herstellungspraxis (GMP) einhalten.

Besondere Überlegungen für bestimmte Lebensmittel

  • Tierische Produkte: Erfordern veterinärrechtliche Grenzkontrollen; nur von zugelassenen Listen.
  • Pflanzliche Produkte: Pflanzengesundheitskontrollen gemäß Verordnung (EU) 2016/2031.
  • Verarbeitete Lebensmittel: Können Beschränkungen bei Zusatzstoffen unterliegen (Verordnung (EG) Nr. 1333/2008).
  • Biotech-Lebensmittel: GVO benötigen eine Zulassung.

Für private Importe (z. B. im Reisegepäck) gelten Grenzwerte: Kein Fleisch oder Milchprodukte aus Nicht-EU-Ländern, außer in kleinen Mengen für den persönlichen Gebrauch.

Häufige Fallstricke und wie man sie vermeidet

Importeure stolpern oft über:

  • Logistikverzögerungen: Transportprobleme, Zollstopps – planen Sie Pufferzeiten ein.
  • Zutaten-Non-Konformität: Verbotene Substanzen oder überschrittene Grenzwerte – führen Sie Tests vor dem Versand durch.
  • Kennzeichnungsfehler: Unzureichende Kenntnis der Gesetze – ziehen Sie Experten hinzu.
  • Falsche Tarifeinstufung: Führt zu Über- oder Unterzahlungen.
  • Lückenhafte Dokumentation: Unvollständige Zertifikate – prüfen Sie alles doppelt mit den Exportbehörden.

Fazit

Der beste Weg, Probleme zu vermeiden, besteht darin sicherzustellen, dass Ihr Lieferant Erfahrung mit dem Export in die EU hat. Solange Sie über die richtigen Genehmigungen in Ihrem Heimatland verfügen und einen Kurier oder Spediteur für den Transport nutzen, ist der Import von Lebensmitteln in die EU kein allzu kompliziertes Unterfangen.

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